Ein halbes Jahr eine CSU-freie Zone?

Ein halbes Jahr eine CSU-freie Zone?

Vor einem halben Jahr, am Montag, den 11. Februar 2019, ging O-T(h)öne erstmals mit dem Artikel „Senioren aus der Innenstadt verbannt?“ online. Es folgten am 24. Februar die Berichterstattung „Die Macht der Bürgerschaft - CSU muss umdenken“ und am 3. März der Artikel „Keine Angst vor einem politisch bunten Stadtrat“.

Zunächst war O-T(h)öne als rein politischer Blog geplant der, ab und an, vorzugsweise kommunalpolitische Themen beleuchten sollte. Überraschend waren die zahlreichen positiven Reaktionen der Leserschaft auf die zuvor genannten Berichterstattungen.

Das politische Echo, besonders aus der Ingolstädter CSU heraus und deren konservativem Umfeld, haben dann zu dem Entschluss geführt, O-T(h)öne zu einem multimedialen Publikationsorgan zu entwickeln. Nachrichten, Hintergründe, Analysen, Kommentare, mit dem Themenschwerpunkt Ingolstadt. Dies mit der Konsequenz, der entsprechenden Anmeldung beim Gewerbeamt der Stadt Ingolstadt, der Regelung von steuerlichen Belangen mit der Steuerberaterin und dem Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung.

Steigende Nutzzahlen

Von 4.934 Seitenaufrufen im Monat März ist die Akzeptanz von O-T(h)öne, bei den Leserinnen und Lesern, auf fast 40.000 Seitenaufrufe im Monat Juli angestiegen. Für die kurze Zeit in der O-T(h)öne publizistisch tätig ist und unter Betrachtung der vorhandenen Rahmenbedingungen sei dies beachtlich, wie mir von Kennern aus dem Online-Marketing gesagt wird.

Spannend, bereichernd und erhellend sind für mich die persönlichen Diskussionen und Gespräche, nach Berichterstattungen oder Kommentaren. Ich bin dabei immer wieder, auch in Mails, WhatsApp-Anfragen oder Facebook-PNs, mit der Fragestellung konfrontiert worden, ob denn O-T(h)öne eine CSU- freie Zone sei.

O-T(h)öne ist keine CSU-freie Zone

An dieser Stelle sei einmal deutlich gemacht, dass die CSU-Stadtratsfraktion bei Berichterstattungen genauso angefragt und um ihre Einschätzung gebeten wird, wie die anderen Parteien, die auf O- T(h)öne genannt werden. Egal ob es sich um die Rubrik „Nachgefragt“, um das Format „Fremde Feder“ oder um politische Themen handelt, die redaktionell bearbeitet werden. Diese Ausgewogenheit in der Berichterstattung ist gegeben.

Verantwortliche der Ingolstädter CSU haben sich jedoch entschlossen O-T(h)öne zu negieren. In der Regel werden Mails nicht beantwortet, Pressemitteilungen an die Redaktion O-T(h)öne nicht versandt und auch keine Einladungen zu Pressegesprächen ausgesprochen. Ähnlich verfährt die Junge Union Ingolstadt.

Dieses Verhalten gilt es, als Publizist, zu respektieren. Ein Kommentar dazu erübrigt sich. Sollte sich die CSU in ihrem Verhalten gegenüber O-T(h)öne umorientieren, wird selbstverständlich deren Positionen hier auch veröffentlicht, da O-T(h)öne eben keine CSU-freie Zone ist.

Auslöser für das Verhalten der Verantwortlichen in der Ingolstädter CSU dürfte die eine oder andere kritische Berichterstattung in diesem Publikationsorgan gewesen sein. Mit der Folge diese zuerst zu belächeln und dann dazu eine ablehnende Haltung einzunehmen.

Souveräner Umgang mit medialer Kritik durch SPD und BGI

Wesentlich souveräner mit medialer Kritik auf O-T(h)öne ging der Ingolstädter SPD-OB Kandidat Dr. Christian Scharpf um. Als dieser sich sehr harsch mit den Aussagen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert auf Facebook auseinandersetzte, wurde dies hier kritisch kommentiert. Als es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Austausch über den Kommentar kam, meinte Scharpf, es sei das gute Recht eines Bloggers und Journalisten, seine Aussagen und sein Verhalten kritisch zu hinterfragen. Dies habe etwas mit Pressefreiheit zu tun, die es in unserem Land gibt und die es gerade durch Politiker zu respektieren gelte.

Sehr souverän ging auch der BGI OB-Kandidat Christian Lange mit dem Kommentar „Engert als Christian Langes Sündenbock“ um. Da Christian Lange eine sehr offensive Medien- und Pressearbeit betreibt, sah sich Redaktion O-T(h)öne nicht nur einmal dem massiven Vorwurf ausgesetzt, „Wahlkampfmanager“ und „Publikationsorgan“ von Christian Lange zu sein. Dies auch von Kommunalpolitikern, die selbst erhebliche Defizite in der Pressearbeit und im Umgang mit Publizisten haben.

Interessant in der zurückliegenden Zeit war auch die ein oder andere Rückmeldung von politischen Mandatsträgern, die sich nicht ausreichend in der Berichterstattung gewürdigt fühlten oder die mit einer medialen Darstellung nicht zurechtgekommen sind. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was da im Laufe eines Jahres alles in der Lokalredaktion einer örtlichen Tageszeitung aufläuft.

„Ihr könnt doch O-T(h)öne nicht in der Facebook-Gruppe teilen“

Nachdenklich gemacht haben mich Aussagen von Administratoren die Facebook-Gruppen betreiben. Diese waren mit der Fragestellung konfrontiert, insbesondere aus konservativen politischen Kreisen, ob man nicht das Teilen von Artikeln von O-T(h)öne oder durch O-T(h)öne verhindern oder einschränken könnte bzw. warum diese Artikel von O-T(h)öne auf ihren Seiten teilen.

Man merkt also, es gibt noch viele Kleingeister, die mit anderen, publizistischen, Meinungen nicht umgehen können. Nur gut, dass wir in einer Demokratie leben, in der eine Internetberichterstattung, wie die von O-T(h)öne, nicht eingeschränkt werden kann. Einhalt gebietet hier das Grundgesetz mit Artikel 5.

Zum Schmunzeln waren wiederum Facebook-Kommentare von Mitgliedern der CSU, mangels inhaltlicher Substanz, die einen als „Möchtegern-Blogger“ bezeichneten. Die Erwähnungen im „Stadtgeflüster“ der hiesigen Lokalredaktion der Tageszeitung waren wie ein „Adelstitel“, auch wenn die Begrifflichkeiten „Amateurreporter“, „Nachwuchsjournalist“ und „Überbordender Mitteilungsdrang“ nicht unbedingt als Wertschätzung gemeint waren.

„Stadträte können doch nicht Stadträte interviewen“

Nicht nur aus der hiesigen Lokalredaktion war zu hören, dass doch „Stadträte doch nicht Stadträte interviewen können“. Aus gutbürgerlichen Kreisen wurde immer wieder argumentiert, dass ein Mitglied des Stadtrates doch nicht publizistisch und journalistisch tätig sein könne. Dies entweder unwissend der Tatsache oder unter deren Ausblendung, dass mindestens drei weitere Mitglieder des Ingolstädter Stadtrates seit langer Zeit in einem Ingolstädter Stadtmagazin journalistisch tätig sind bzw. waren.

Die positiven Erfahrungen

Das zurückliegende halbe Jahr ist aber geprägt von sehr vielen positiven Erfahrungen. Die Akkreditierung bei der Pressestelle der Stadt Ingolstadt verlief problemlos. Die Beantwortung von Anfragen erfolgt zügig und professionell. Ebenso erfreulich war der persönliche Erstkontakt mit der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Sowohl hier als auch in Kontakten mit den Vertretern der Polizeiinspektion Ingolstadt wird deutlich, welchen großen Stellenwert die Pressearbeit und somit auch die Information der Bevölkerung einnimmt.

Bei der Bitte um Aufnahme in den Presseverteiler gab es, bei den unterschiedlichen Organisationen und Institutionen, durchwegs Wohlwollen und Unterstützung für O-T(h)öne. Höchst motivierend waren und sind die unterschiedlichen positiven Reaktionen auf Berichterstattungen aus diesem Kreis.

Medienpool ohne Auswirkung auf die inhaltliche Ausrichtung

Seit vorgestern beteiligt sich O-T(h)öne am neuen Medienpool für Ingolstadt. Per RSS-Feed werden neue Artikel auf O-T(h)öne automatisch an die Webseite www.Ingolstadt.jetzt weitergeleitet. Diese Webseite teilt also Medienberichterstattungen, so wie dies auf Facebook beispielsweise geschieht. Die Beteiligung an diesem Medienpool hat aber keinerlei Auswirkungen auf die inhaltliche Ausrichtung oder gar die Berichterstattung hier. O-T(h)öne bleibt O-T(h)öne. Souverän. Kritisch.

Ausblick auf das künftige Format

Neben den festen Formaten wie „Nachgefragt“, „Leserbriefe“, „Aus fremder Feder“, „Zwischenruf“ und „Herausforderer“, im Textbereich auf O-T(h)öne, wird der künftige Schwerpunkt mit auf dem Bereich „Video“ liegen. Für diesen Bereich wurde kräftig in entsprechende technische Ausrüstung und Software investiert.

Das im Bereich „Video“ bereits begonnene Format „Ehrenamt“ wird fortgesetzt. Hinzu kommen im August Interviews mit den Fraktionsvorsitzenden und Gruppensprechern im Ingolstädter Stadtrat.

Bei der Videoberichterstattung wird natürlich auch die Ingolstädter CSU-Stadtratsfraktion angefragt. Ob diese sich hier beteiligt, liegt allein in deren Entscheidung.

Im Videobereich wird es ferner die Vorstellung der bereits nominierten Herausforderinnen und Herausforderer des Ingolstädter Oberbürgermeisters geben. Die aktuelle Textberichterstattung im politischen Bereich wird künftig zunehmend flankiert durch die Formate „Video“ und „Audio“.

Wünsche, Beschwerden oder Leserbriefe?

Sollten Sie Wünsche oder Beschwerden haben, kontaktieren Sie einfach die Redaktion O-T(h)öne unter redaktion@o-thoene.de. Unter dieser Mailadresse können Sie auch Leserbriefe zusenden.

Ich freue mich auf die Herausforderungen, die mir mit den künftigen Publikationen auf O-T(h)öne noch bevorstehen. Diese nehme ich gerne an.

Ich hoffe, Ihnen beim Lesen weiterhin einen etwas anderen Blickwinkel auf Themen eröffnen zu können und wünsche Ihnen weiterhin gute Unterhaltung auf O-T(h)öne.

Ihr
Thomas Thöne

Die Links zu den im Artikel erwähnten Berichterstattungen finden Sie hier:
Senioren aus der Innenstadt verbannt?
Die Macht der Bürgerschaft - CSU muss umdenken
Keine Angst vor einem politisch bunten Stadtrat
Designierter Ingolstädter SPD-OB-Kandidat teilt kräftig aus
Museumsstreit - Kulturreferent Gabriel Engert als Christian Langes Sündenbock

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